Therapiezentrum für Folteropfer

Die Pfarrgemeinde St. Maria im Kapitol unterstützt bereits seit Jahren die Caritas-Flüchtlingsberatung und das Therapiezentrum für Folteropfer in Köln. Sie tut es weiterhin, gerade jetzt.

Denn Flüchtlinge brauchen eine qualifizierte Beratung und - gerade dann, wenn sie auch psychische/psychosomatische Probleme aufgrund erlittener Folter oder Kriegsereignisse haben - eine qualifizierte psychotherapeutische Behandlung, um ihre Lebenssituation eigenverantwortlich gestalten zu können. Die Grundlage hierfür ist christliche Nächstenliebe, wobei diese nicht nur die freundliche und praktische Annahme des Fremden vor dem Tore meint, sondern auch die Liebe zu sich selbst, zu der eigenen Gemeinschaft. Den Dienst am Nächsten verstehen wir auch als einen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben in einer multikulturellen Großstadt wie Köln, vielleicht auch als einen klitzekleinen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben weltweit, wissen wir doch, dass eine Reihe der beratenen und unterstützten Menschen in ihr Heimatland zurückkehren bzw. weiterhin dorthin Kontakte haben. Nur, wenn wir die Augen vor dem Fremden nicht verschließen, können wir lernen, ihn zu verstehen, können wir aber auch versuchen, ihm unsere Bedürfnisse deutlich zu machen, und können wir Vorurteile abbauen und Kompromisse finden...

Für Ihre vielfältige bisher geleistete Unterstützung sagen wir unseren herzlichsten Dank!

Wenn Sie sich noch etwas mehr engagieren möchten, haben Sie viele Möglichkeiten hierzu:

Für Anregungen und Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung!

Caritas-Flüchtlingsberatung
Frau Rabe-Rahman
Tel. 0221/16074-16
e-mail: fluechtlingsberatung@caritas-koeln.de

Arbeitskreis Asyl
Frau Antoni
Tel. 0221/214615

Kontobezeichnung:

St. Maria im Kapitol
Konto-Nr. 410 22 16
BLZ 370 501 98
Stadtsparkasse Köln
Stichwort: "Flüchtlinge in Not"

 

Unsere Arbeitsschwerpunkte:

 

Flüchtlinge als Thema - nicht schon wieder, oder?

Wir lesen und hören alltäglich von ihnen, und manchmal würden wir am liebsten Augen und Ohren verschließen, fühlen uns doch hilflos, genervt, bedrängt. Nur ein paar aktuelle Schlagworte als Beispiele aus der Kölner Presse: Flüchtlingsströme an den Grenzen Afghanistans; Menschen vom indischen Subkontinent durch Schlepper nach Köln geschmuggelt; illegal eingereiste Flüchtlinge sollen in Containern auf dem ehemaligen Industriegelände Kalk untergebracht werden; Roma aus Jugoslawien sorgen für Unruhe in der Umgebung, da ihnen Diebstahl, Lärm und Dreck vorgeworfen wird; politischer Extremist genießt Asylrecht...

Da halten wir einfache Lösungen für Auswege: Politiker der Stadt Köln wollen neuerdings wieder Flüchtlinge durch schlechte Unterkünfte und Gemeinschaftsverpflegung "abschrecken"; die europäischen Grenzen sollen kontrolliert und abgeriegelt werden; politische Extremisten sollen - unabhängig von der Frage, ob in ihrem Heimatland die Gefahr der Todesstrafe oder Folter besteht - ausgewiesen werden; das Asylrecht soll weiter eingeschränkt werden. Sollen sie doch sehen, wie sie zurechtkommen! Haben sie nicht selbst Schuld an ihrem Elend? Sie hätten sich halt besser anpassen müssen ... hier - und wahrscheinlich auch in ihrem Herkunftsland... Es sind auch zu viele, was können wir schon ausrichten?

Wir wissen, dass wir nicht immer Lösungen anbieten können. Aber, trotz aller Horrormeldungen, können wir doch eine ganze Menge tun.

Allerdings sind Flüchtlinge schwer in Schlagzeilen zu (er-)fassen und in ordnungspolitische und gedankliche Schubladen einzuordnen. Wir halten es für notwendig, sie in ihrem einzelnen Schicksal zu sehen, um sie zu verstehen.

Wenn wir an afghanische Flüchtlinge denken, haben wir den Fall einer in Köln lebenden afghanischen Frau vor Augen, die sich jahrelang für Frauenrechte in Afghanistan eingesetzt hat, gefoltert worden ist, den Tod und die Misshandlungen anderer Frauen erlebt hat, die eigentlich in ihrem Land bleiben wollte, aber schließlich doch gegangen ist, weniger aus Angst um sich selbst als vielmehr aus dem Wunsch, dass ihre Kinder nicht länger leiden sollten, denn die Machthaber drohten, ihre Tochter zu vergewaltigen... Die Frau hat jahrelang als Flüchtlingsfrau in einer Kaserne in Köln gelebt, da sie kein Asylrecht erhielt: die Taliban wurden nicht als staatliche Verfolger anerkannt. Erst jetzt hat sich diese Einschätzung geändert. Und nach sechs Jahren hat sie jetzt ein Aufenthaltsrecht bekommen, und sie wird deshalb auch nicht mehr in die Container in Kalk ziehen müssen, sondern, nach langer Suche, fand sie eine Privatwohnung. Ihre Kinder besuchen inzwischen das Gymnasium.

Wenn wir von Roma lesen, denken wir z.B. an die Familien, die als Minderheiten aus dem Kosovo geflohen sind, weil sie dort von Albanern angegriffen wurden. Sie haben in ihrer Heimat die Schule besucht, waren beruflich tätig, hatten Wohnungen. Der Krieg und die ethnischen Auseinandersetzungen zwangen sie dazu, alles aufzugeben... Dann gibt es solche Roma, die Jugoslawien verlassen haben, weil sie dort als Minderheit massiv diskriminiert wurden und weil sie Schwierigkeiten hatten, ihren Lebensunterhalt alltäglich zu verdienen. Die Kinder gingen nicht in die Schule, sondern mussten frühzeitig mitarbeiten, um der Familie in ihrer Not zu helfen. Sie werden wahrscheinlich in ihr Heimatland und in die dortige Notlage zurückkehren müssen, denn wir haben für sie kaum Lösungen anzubieten. Und da gibt es ein paar Familien, die schon mehr oder weniger lange in Köln leben und leider immer wieder durch kriminelle Delikte aufgefallen sind. Die Polizei wurde tätig. Sonst niemand. Warum hat es hier nicht früher spezifische ordnungspolitische und sozialpädagogische Maßnahmen für die Familien, insbesondere die Kinder, gegeben, um die bestehenden und sich verschärfenden Konflikte anzugehen?

Beim indischen Subkontinent fällt uns der junge Tamile ein, der trotz erlebter Folterungen und der Symptomatik einer post-traumatischen Belastungsstörung nach Sri Lanka zurückgeschickt werden sollte. Und das, obwohl es eindeutige, sogar staatliche Berichte darüber gab, dass junge Männer bei ihrer Rückkehr erneute Inhaftierung befürchten müssen, da sie zumeist als Sympathisanten der oppositionellen Terrorgruppe Tamil Tigers eingestuft wurden, und da, wo sie es gar nicht waren, zumindest Gefahr liefen, von diesen zwangsrekrutiert zu werden. Der Mann wandte sich in einer Krise mit suizidalen Tendenzen an das Therapiezentrum für Folteropfer. Ihm konnte inzwischen gesundheitlich und auch aufenthaltsrechtlich geholfen werden. Zudem hat ein Kölner Ehepaar eine Patenschaft über ihn übernommen.

Wir möchten keinem extremistischen Flüchtling eine Plattform dafür bieten, dass er zu gewalttätigen und antidemokratischen Aktionen aufrufen kann. Hier sind politische und strafrechtliche Konsequenzen gefragt. Erfreulicherweise gibt es nicht viele Flüchtlinge, die solche Positionen vertreten. Aber wir sind auch dagegen, dass politische Extremisten durch Mitwirken unseres Staates selbst zu Opfern von Folter und Todesstrafe werden. Das wäre sicher ein falsches Signal für sie und ihre Mitläufer, und könnte nur zur Verbreitung extremer Positionen führen. Unter den Flüchtlingen, die unsere Beratungsstelle kennt, sind zumeist demokratisch eingestellte Menschen. Es sind auch manche "Mitläufer" darunter, die wegen vielfältig erlebter Diskriminierung und Hilflosigkeit zeitweise extremen Positionen nahe stehen. Wie können wir auf sie Einfluss nehmen, wenn wir ihnen nicht selbst durch unser gemeinsames Handeln ein Beispiel sein können? So berichtete nach mehreren Gesprächen aufgrund einer sehr schwierigen Lebensfrage ein Flüchtling aus dem Iran voller Respekt, Erleichterung und Dankbarkeit, dass er erstmals verstanden habe, warum wir uns auch für einzelne Menschen interessierten, während für seine frühere politische Gruppe das Individuum und dessen Bedürfnisse nie zählten...

S. Rabe-Rahman

 

 

 

Seniorenwohnungen
Jugendwohnheim Hermann-Josef
Therapiezentrum für Folteropfer
Taizé Gebet

 

 

 

 

 

 

 

Zurück zur Startseite Wo finde ich was?